Bauabnahme mit Gutachter oder Sachverständigen

Eine Bauabnahme ist eine heikle Angelegenheit und für viele Bauherren mit Stress verbunden. Es ist die letzte Gelegenheit für den Bauherren, die Baufirma auf mögliche Baumängel hinzuweisen und eine Nachbesserung einzufordern. Deshalb empfiehlt es sich, eine Bauabnahme mit Gutachter oder Sachverständigen durchzuführen. Wir erklären, worauf bei der Bauabnahme zu achten ist und worauf bei der Wahl eines Bausachverständigen oder Baugutachters geachtet werden sollte.

Ein Baugutachter wird von den meisten Bauherren aus zwei Gründen beauftragt. Entweder fehlt die Zeit, selbst regelmäßig auf der Baustelle zu erscheinen und den Baufortschritt zu kontrollieren oder es liegt am fehlenden Fachwissen, weshalb man besser einen Fachmann draufschauen lässt. Ob mit oder ohne Baugutachter, spätestens bei der Bauabnahme sollte man sich jedoch einen Experten zur Seite holen. Wird bei der Abnahme ein Mangel übersehen, kann der Bauherr später nur schwer nachweisen, dass der Mangel schon vor der Abnahme des Hauses vorhanden war. Deshalb sollte man eine Bauabnahme mit Gutachter oder einem Sachverständigen durchführen. Der Fachmann weiß, worauf bei der Abnahme eines Hauses zu achten ist und kennt sich auch im rechtlichen Rahmen gut aus, denn manchmal vermuten Bauherren einen Mangel, wo es laut Gesetz gar keinen Fehler gibt.

Gutachter für Bauabnahme beauftragen - Kosten und Preise

Für die Bauabnahme ist ein Gutachter oder Bausachverständiger deshalb unabdingbar. Die meisten Bauherren kennen sich zu wenig mit der Materie aus, weshalb auch die Kosten für den Gutachter gut angelegt sind. Baugutachter bieten gewöhnlich drei Möglichkeiten der Abrechnung an: nach Stunde, nach Gewerk oder für den gesamten Bau. Wer das Risiko scheut und etwa 2.000 Euro ausgeben kann, sollte sich für eine baubegleitende Begutachtung entscheiden. 

Wer den Gutachter nicht nur bei der Bauabnahme sondern auch bei einigen anderen Gewerken dabei haben möchte, kann einen Pauschalpreis je Gewerk vereinbaren. Darüber hinaus kann ein Baugutachter auch nach Stunden bezahlt werden, der Satz liegt bei rund 80 Euro, kann je nach Region aber auch deutlich steigen. Während viele Bauherren zunächst denken, 2.000 Euro sind zuviel Geld, sollten sie sich im Klaren sein, dass spätere Mängel, die bei der Bauabnahme nicht bemerkt wurden, deutlich teurer werden können.

Bauabnahme: Gutachter aus der Region wählen

Ein Gutachter für die Bauabnahme oder die gesamte Bauzeit sollte nach Möglichkeit aus der Region kommen. Besonders, wenn es sich um eine baubegleitende Maßnahme handelt, ist es von großem Vorteil, wenn der Gutachter oder Sachverständige schnell vor Ort sein kann, um eine Gewerk- oder Bauabnahme durchzuführen oder einen möglichen Mangel zu untersuchen. Mitunter finden Fertigstellungen von Gewerken ohne Rücksprache mit dem Bauherren statt, wodurch die Bauabnahme für den Gutachter oder den Bauherren nochmal deutlich erschwert wird. Ein Gutachter weiß, wann ein Gewerk fertiggestellt ist und wird deshalb wissen, wann er auf der Baustelle zu sein hat.

Bei der Wahl eines Gutachters für die Bauabnahme spielt auch das menschliche Miteinander eine wichtige Rolle. Gibt es direkt bei der Erstberatung wesentliche Differenzen, sollte man nicht miteinander arbeiten. Auch sollte man beim Beratungsgespräch in den Preisverhandlungen nicht versuchen, den Preis zu sehr zu drücken. Verdient der Baugutachter zu wenig an einer Bauabnahme, besteht sonst die Gefahr dass er nicht mit der nötigen Sorgfalt den Bau begleitet und selbst Mängel übersieht. Beide Seiten müssen ein gutes Gefühl haben, dann muss man sich während der Bauzeit und auch danach keine Sorgen machen, dass beim Haus noch entdeckte Mängel versteckt sind.