Haus mit Keller: Kosten sowie Vor- und Nachteile

Ein Haus mit Keller ist äußerst praktisch. Ein Keller bietet allerhand Stauraum und kann je nach Ausbau auch als Wohn- und Schlafraum genutzt werden. Allerdings sind die Kosten für ein Haus mit Keller erheblich höher als für ein Haus ohne Keller. Wissenswertes über die Kosten für ein Haus mit Keller sowie Vor- und Nachteile gibt es hier zu lesen.

Wer sich für ein Haus mit Keller entscheidet, steht meist vor der Entscheidung, das Haus mit Keller zu bauen oder doch ein Haus ohne Keller zu errichten. Meist spielen die Kosten für ein Haus mit Keller eine wichtige Rolle bei dieser Entscheidung, denn je nach Größe des Kellers und der Ausstattung geht der Ausbau schnell ins Geld. Damit die Entscheidung nicht ganz so schwer fällt, geben wir Tipps, nennen Vorteile und Nachteile für ein Haus mit Keller und geben einen Ausblick, welche Kosten kalkuliert werden sollten.

Kosten für ein Haus mit Keller

Die Mehrkosten für ein Haus mit Keller belaufen sich neben den reinen Hausbau-Kosten je nach Größe und Ausbau des Kellers auf mindestens 20.000 Euro. Für die Kosten eines Kellers muss nicht nur das Material für den Keller sowie die Arbeitsleistung zum Bau des Keller berücksichtigt werden, sondern auch der Aushub des Erdloches und das anschließende Auffüllen. 

Eine Beispielrechnung soll die Kosten für den Erdaushub darstellen. Weitere Informationen über Grundstück-Kosten gibt es in diesem Ratgeber. Bei der Beispielrechnung gehen wir von einem Grundriss von 10x10 Metern aus, einer Tiefe von 2 Metern und einem Arbeitsbereich von etwa einem Metern aus. Der daraus resultierende Aushub kostet bei einem Volumen von etwa 240 Kubikmeter und einem Kubikmeterpreis von 18 Euro knapp 4.350 Euro. Für das Verfüllen mit 80 Kubikmeter Mutterboden zu je 15 Euro je Kubikmeter werden weitere 1.200 Euro veranschlagt. Mit den Gesamtkosten von etwa 5.500 Euro sind jedoch lediglich die Kosten für den Aushub und das anschließende Auffüllen gedeckt, die Mehrkosten für den Keller des Hauses kommen noch hinzu.

Und die können es in sich haben. Abhängig von der Höhe des Grundwasserspiegels benötigt der Keller eine sogenannte weiße Wanne. Diese soll den Keller vor drückendem Wasser von unten oder der Seite bewahren. Auf diese Weise kostet ein Keller schnell 30.000 Euro und mehr, dazu kommen dann noch die Mehrkosten für den Aushub. Soll der Keller noch als Wohn- oder Schlafbereich genutzt werden, ist ein anständiger Bodenbelag notwendig, meist wird der Kellerboden gefliest. Zudem muss für ausreichende Belüftung gesorgt werden, weshalb breite Fenster erforderlich sind. Auch auf eine leistungsstarke Heizung sollte geachtet werden. Letztlich bleibt es jedoch selbst überlassen, ob die Mehrkosten für ein Haus mit Keller geleistet werden sollen.

Haus mit Keller: Kosten finanzieren

Darüber hinaus sollte sich jeder Bauherr, der sein Haus mit Keller finanzieren möchte, darüber im Klaren sein, dass bei einer Finanzierung deutlich höheren Mehrkosten zu erwarten sind. Wer einen Kredit von 200.000 Euro zu einem Zinssatz von 4 Prozent aufnimmt und im Jahr 1 Prozent tilgt, benötigt etwa 5 Jahre, um die Kreditsumme von 10.000 Euro zu tilgen. In diesen fünf Jahren hat der Bauherr allerdings rund 50.000 Euro an die Bank gezahlt. Hat man sich also für ein Haus mit Keller entscheiden, belaufen sich die Kosten unter Berücksichtigung der Finanzierungskosten schnell auf 80.000 Euro und mehr. Diesen Gedanken sollte man generell bei der Hausbauplanung im Kopf behalten und sich bei jedem Mehraufwand fragen, ob er sofort notwendig ist oder später ohne Kreditaufnahme realisiert werden kann.

Vorteile für ein Haus mit Keller

Der wesentliche Vorteil eines Hauses mit Keller ist der Platz. Je nach Größe des Hauses kann der Raum schnell knapp werden. Wer keinen ausgebauten oder zumindest beplankten Dachboden hat, stößt dann rasch an die Grenzen der Kapazität. Ein Haus mit Keller ist deshalb ideal für Möbel oder andere Gegenstände, die zwar selten benötigt werden, von denen man sich aber nicht trennen möchte. Zudem können Keller auch als Wohn- und Schlafräume genutzt werden. Gerade Jugendliche mögen es, ihr Kinderzimmer im Keller zu haben. Doch auch Väter kommen im Keller auf ihre Kosten, wenn sie dort ihren Bastelkeller einrichten können. Zudem können im Keller auch Haushaltsgeräte wie eine Wachmaschine, der Wäschtrockner, ein Kühlschrank oder die Gastherme, der Warmwasserspeicher und ggf. ein Öltank untergebracht werden. Das spart wiederum Platz in den oberen Räumen, weshalb man sich bspw. das Einrichten eines Hauswirtschaftsraums spart. Ein weiterer Pluspunkt für ein Haus mit Keller: Der Wert beim Verkauf des Hauses steigt deutlich gegenüber einem Haus ohne Keller.

Nachteile für ein Haus mit Keller

Neben den immensen Mehrkosten für einen Keller im Haus birgt ein Keller auch Gefahren. Drückendes Wasser bei einem hohen Grundwasserspiegel kann das Mauerwerk beschädigen, weshalb beim Bau äußerste Vorsicht und Präzision verlangt sind. Wird der Keller als Wohn- oder Schlafbereich und zugleich als Abstellmöglichkeit für die Waschmaschine oder andere Geräte verwendet, können störende Geräusche auftreten, wie eine laute Heizung, die rund um die Uhr läuft. Außerdem bieten Kellerfenster weitere Angriffsflächen für Einbrecher, zudem muss regelmäßig gelüftet werden, damit sich in den meist kühlen und feuchten Kellerräumen kein Schimmel bildet.

Wer ein Haus mit Keller bauen möchte, sollte sich besonders über die hohen Mehrkosten im Klaren sein. Möchte man das Geld ausgeben, bietet ein ausgebauter Keller viele Vorteile, die der ganzen Familie zugute kommen.

In unseren weiteren Ratgeber erklären wir, welche Hausbauweisen es gibt, wie man Baunebenkosten kalkuliert und welche Kosten für die Erschließung eines Grundstücks berücksichtigt werden sollten.