Passivhaus bauen - Kosten, Bauzeiten und Erfahrungen

Ein Passivhaus zu bauen, ist eine große bautechnische Herausforderung. Die Preise für Passivhäuser sind deutlich höher als für Häuser in konventioneller Bauweise, dafür wird die Umwelt geschont und die Betriebskosten sinken rapide. Hier findest du Informationen über Preise und Kosten für Passivhäuser, Angaben zur Bauzeit eines Passivhauses und du kannst dich über Erfahrungen anderer Bauherren informieren, die bereits ein Passivhaus gebaut haben.


Hausbautypen im Überblick

Der Bau eines Passivhauses erfolgt nach festgelegten Zertifizierungskriterien. Darin ist festgeschrieben, wie hoch der Heizwärmebedarf des Hauses je Quadratmeter und Jahr höchstens sein darf. Als Passivhaus werden Häuser bezeichnet, die zur Wärmegewinnung weitgehend auf aktive Energiequellen wie Heizungen verzichten und stattdessen passiv durch die Umwelt (Sonnenlicht) oder durch die abgegebene Wärme von Elektrogeräten (Herd, Fernseher) beheizt werden. Der Markt für Hersteller von Passivhäusern ist überschaubar, meist handelt es sich um Hersteller von Fertighäusern, die besonders energieeffiziente Häuser anbieten.

Passivhaus - Preise und Kosten

Die Preise für ein Passivhaus sind deutlich höher als für Häuser in herkömmlicher Bauweise. Während ein Massivhaus mittlerer Ausstattung und Größe bereits für rund 150.000 Euro zu haben ist und ein vergleichbares Fertighaus um 170.000 Euro kostet, betragen die Preise und Kosten für ein Passivhaus deutlich über 200.000 Euro. Grund für den hohen Aufpreis ist die spezielle Bauweise eines Passivhauses, denn es werden hohe Anforderungen an die Wärmedämmung, die Belüftung und die Heizung gestellt.

Kernstück eines Passivhauses bildet die Energieeinsparung durch die Reduzierung der Wärmeverluste. Dafür müssen sämtliche Umfassungsflächen wie Wände, Fenster und Türen, die Decken und das Dach sowie das Fundament und ggf. der Keller möglichst gut gedämmt werden, damit keine Wärmeenergie nach Außen dringen kann. Damit das Wohnklima nicht darunter leidet und kein Schimmel entsteht, benötigt ein Passivhaus eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, bereits diese Technik schlägt oft mit mehr als 10.000 Euro zu buche. Dabei wird permanent Frischluft von Außen ins Hausinnere geführt, die mittels Wärmetauscher über die Abluft erwärmt wird. Auf diese Weise wird die komplette Luft in einem Passivhaus innerhalb von zwei bis vier Stunden ausgetauscht. 

Wie bei den anderen Hausbauarten auch, werden für einen Preisvergleich von Passivhäusern die Preise je Quadratmeter und Kubikmeter der unterschiedlichen Angebote miteinander verglichen. Während ein Fertighaus mit einem Quadratmeterpreis (Nutzfläche) von 1200 bis 1600 Euro zu buche schlägt, muss man bei einem Passivhaus 2000 Euro und mehr je Quadratmeter Nutzfläche einkalkulieren. Welche weiteren Baunebenkosten beim Hausbau zu berücksichtigen sind, erklären wir in unserem Ratgeber.

Passivhaus - Bauzeit und Fertigstellung

Die Bauzeit eines Passivhauses unterscheidet sich in der Fertigstellung kaum von anderen Hausbauweisen wie Massiv- oder Fertigbauweise und sollte zwischen sechs und acht Monaten betragen. Je nach Größe und Ausstattung des Passivhauses kann die Bauzeit auch länger dauern. Dabei ist darauf zu achten, dass möglichst im Frühjahr mit dem Bau des Passivhauses begonnen wird, damit bis zum Wintereinbruch der Rohbau verschlossen ist (Fenster, Türen installiert, Dach geschlossen) und der Innenausbau vorangetrieben werden kann. Anderenfalls läuft man Gefahr, dass über die Wintermonate nicht am Haus gebaut werden kann, wodurch sich die Bauzeit und Fertigstellung des Passivhauses massiv verlängern kann, was meist mit Mehrkosten verbunden ist, da in der alten Wohnung oder dem alten Haus Miete gezahlt werden muss oder sich ein Verkauf der alten Immobilie verzögert.

Fertighaus - Erfahrungen von Bauherren

Im Internet gibt es zahlreiche Foren und Bautagebücher von Bauherren, die bereits ein Passivhaus gebaut haben und von ihren Erfahrungen mit den Hausbaufirmen berichten. Wer plant, ein Haus zu bauen, sollte die Entscheidung für ein Unternehmen nicht übereilen und sich stattdessen ausführlich über die einzelnen Anbieter informieren. Gerade weil der Markt an Passivhaus-Herstellern überschaubar ist, lohnt es sich, die einzelnen Anbieter genauer unter die Lupe zu nehmen. Viele ehemalige Bauherren sind auch gern bereit, persönlich Auskunft über ihre Erfahrungen mit den Baufirmen von Passivhäusern zu geben. Auch Branchen-Bewertungen findest du Bewertungen und Erfahrungsberichte von Bauherren, die bereits ein Passivhaus bauen ließen, Ein Tipp: Wenn die Baufirma Druck macht und zur Unterzeichnung des Vertrages drängt, sollte man sich doppelt überlegen, ob man mit diesem Anbieter zusammenarbeiten möchte.

Wissenswertes über den Bau von Massivhäusern und Fertighäusern sowie eine Übersicht der einzelnen Hausbauweisen findest du bei uns. Außerdem verraten wir, welche weiteren Kosten (Erschließungskosten, Hausanschlusskosten, Grundstückkosten) beim Hausbau berücksichtigt werden müssen.