Baugutachter: Kosten und Leistungen

Wer sich entscheidet, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, vom Handwerk aber nicht viel versteht, sollte darüber nachdenken, den Bau von einem Baugutachter oder Bausachverständigen begleiten und betreuen zu lassen. Hier erfahren Sie, welche Kosten für die Beauftragung des Baugutachters zu erwarten sind und worauf Sie beim Leistungspaket achten müssen.

Warum einen Baugutachter beauftragen?

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe, weshalb Baugutachter beauftragt werden:

  1. Zeitmangel: Den Bauherren fehlt meist die Zeit, sich über einen Zeitraum von sechs Monaten und länger permanent mit dem Bauvorhaben zu befassen. Gründe dafür sind die Arbeit, denn das Haus muss schließlich auch bezahlt werden. Oder die Entfernung zur Baustelle ist zu groß, weil die Bauherren sich beispielsweise für eine andere Stadt entschieden haben und sich der tägliche Fahrweg nicht lohnt.
  2. Fehlendes Fachwissen: Den Bauherren fehlt das handwerkliche und technische Verständnis. Deshalb möchten sie einen fachkundigen Baugutachter an ihrer Seite haben, der den Bau von Beginn an betreut und darauf achtet, dass die Bauarbeiten sachgerecht durchgeführt werden.

Wie hoch sind die Kosten für einen Baugutachter?

Die Kosten für einen Bausachverständigen können nach Region und Leistungspaket variieren. Bauherren können einen Baugutachter entweder nach einem festen Stundensatz bezahlen, der meist zwischen 70 und 80 Euro liegt, oder sie buchen ein komplettes Paket, das entweder die Betreuung verschiedener Gewerke beinhaltet oder das vollständige Bauvorhaben vom ersten Spatenstich bis zur Schlüsselübergabe umfasst. Generell empfiehlt es sich, einen Baugutachter über den gesamten Zeitraum der Bauphase zu beauftragen, da er sich mit den Gegebenheiten der Baustelle und die Besonderheiten des Hauses kennt. Für die komplette Baubetreuung durch einen Bausachverständigen fallen Kosten in Höhe von 2000 bis 3000 Euro an, bei größeren Bauvorhaben liegen die Kosten auch darüber. Möchte man hingegen nur einzelne Gewerke abnehmen lassen, empfiehlt sich entweder die Abrechnung auf Stundenbasis oder man vereinbart einen Festpreis, der 300 Euro nicht überschreiten sollte. Diese Ausgaben sollten bei der Kalkulation der Baunebenkosten eingeplant werden.

Welche Leistungen bietet ein Baugutachter?

Die Leistungen des Baugutachters richten sich nach der Abrechnungsart - pro Stunde, nach Gewerken oder komplette Bauzeit - und können deshalb stark variieren. Die erste Leistung, die ein seriöser Baugutachter kostenfrei erbringen sollte, ist das Erstgespräch mit den Bauherren. Ebenfalls denkbar ist ein Pauschalpreis von etwa 50 Euro, der bei Beauftragung mit den Gesamtkosten verrechnet wird. Dieses Erstgespräch zwischen Bausachverständigen und Bauherren soll dazu dienen, dass sich beide Seiten kennenlernen und den Umfang der Leistungen und der Kosten besprechen.

Bei der Wahl des Baugutachters sollte darauf geachtet werden, dass es sich um einen Sachverständigen aus der Region handelt, der im Notfall schnell auf der Baustelle sein kann. Außerdem sollte im Erstgespräch vereinbart werden, wann der Sachverständige erreichbar ist und ob dafür zusätzliche Kosten anfallen. Generell sollte der Baugutachter in den gewöhnlichen Geschäftszeiten telefonisch erreichbar sein und für Auskünfte keine weiteren Rechnungen stellen, insofern Bauherren ihn für die komplette Baubetreuung beauftragt haben.

Wurde der Gutachter für die vollständige Bauphase beauftragt, sollte er mindestens zweimal wöchentlich die Baustelle besuchen. Dies kann im Vorfeld vertraglich festgelegt werden, damit es später nicht zu Streitigkeiten kommt. Es empfiehlt sich, dass der Baugutachter bei jeder Hausbesichtigung einige Fotos zur Dokumentation macht und diese den Bauherren zur Verfügung stellt. So sind sie zeitnah über den Baufortschritt informiert und wissen, dass der Baugutachter seine Arbeit ernst nimmt. Dazu sollte es ein bis zwei Mal im Monat einen kurzen Lagebericht geben.

Baugutachter: Preise und Infos im Überblick

Generell wird jedem Bauherren empfohlen, der wenig Zeit oder Wissen zum Thema Hausbau hat, für die Bauphase einen Baugutachter zu beauftragen. Die Kosten für den Bausachverständigen erscheinen im ersten Augenblick vielleicht hoch, auch unter dem Aspekt, dass während des Hausbaus viele weitere Baunebenkosten entstehen, allerdings gibt ein Baugutachter das Gefühl von Sicherheit, dass auf der Baustelle alles seinen richtigen Gang nimmt. Außerdem ist der Bauherr nicht gezwungen, jeden Tag nach der Arbeit auf die Baustelle zu fahren, um die Baufortschritte zu überwachen, insofern ihm dies überhaupt möglich ist. Wenn Sie sich für die Zusammenarbeit mit einem Bausachverständigen entscheiden, vereinbaren Sie ruhig Gespräche mit mehreren Dienstleistern und lassen Sie sich ausführlich beraten. Dabei können Sie auch einen Blick auf die Qualifikationen werfen. Letztlich müssen Sie sich als Bauherr oder Bauherrin beim Baugutachter in sicheren Händen und gut betreut fühlen.

Erfahre außerdem, welche weiteren Preise und Kosten für Hausbau und Baunebenkosten kalkuliert werden sollten und wie hoch die Erschließungs- und Hausanschlusskosten gewöhnlich sind..